die europäische generation

Rund ein Jahrhundert lang bestimmten die Wegbereiter der Phototechnik die Geschichte der Photographie – von den Anfangsjahren des 19. Jahrhunderts bis zur Industrialisierung der photographischen Verfahren Anfang des 20. Jahrhunderts. Ab den 1940er Jahren werden Entwicklungen und Trends überwiegend im Teamwork oder unter dem Dach von Pionieren eines Unternehmens der Photowirtschaft geleistet. Die Europäische Generation des Meyer Medien Clans war eine jener Pioniere in der absolut ersten Reihe. Als Mitbegründer und Vorstandsmitglied der Europhot, der Vereinigung europäischer Berufsphotographen, einer schon lange vorweggenommenen Idee einer europäischen Union, der EU eines hochspezialisierten Berufszweiges, konnte Erwin Meyer Akzente setzen. Leider existiert diese Organisation heute nicht mehr. Aber das was diese Europhot bewirkt hat, ist in dieser kreativen Branche und ihrer rasanten innovativen Entwicklung immer noch sehr nachhaltig.

erwin karl

Erwin Meyer war einer der Pioniere der Farbfotografie des Nachkriegsösterreich. Er gehörte zu den entscheidenden Mitgestaltern der Entwicklung des fotografischen Berufs auf internationalem Niveau. Er war ab den 60iger Jahren leitender Funktionär der Wiener Innung in seinem Amt als Innungsmeister der Photographen.

erwin karl albrecht d.Ä.

Im Jahre 1935 trat mein Vater Erwin Karl Meyer nach fulminanten Abschluss, von dem in dem Hause Westbahnstraße Nr. 25 zu seiner Zeit noch ansässigen, aber heute als Gebäude nicht mehr erhaltenen Standort, also aus der ursprünglich am 1. März 1888 gegründeten "k. k. Lehr- und Versuchsanstalt für Photographie und Reproduktionsverfahren", der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt in Wien, mit seinem Bruder und meinem Onkel Albrecht (d.Ä.) in das väterliche Atelier ein. Leider war es mir nicht beschieden meinen Onkel Albrecht, den kreativen Mitgestalter einer weiteren Generation kennenzulernen, da er ein paar Jahre vor meiner Geburt, wie so unsäglich viele andere Menschen, sein kostbares Leben im zweiten Weltkrieg verlor. Ich kann aber als Hommage mit meinem Namen Albrecht (d.J.), in Kurzform Ali, mich mein eigenes Leben lang verbunden fühlen und seiner gedenken.


photo meyer

Muss Mann gesehen haben: 50 legendäre Orte – von der Mönchsrepublik Athos bis zum Atombunker in South Dakota – besagt ein Buchtitel. Legendäre Orte, Routen und Momente, aber auch Institutionen - eine Zeitreise. Mit dieser ausgewählten Dokumentation des Meyer Clans und den darin ausgewählten historischen Fotos, Gemälden und abgebildeten Bildern, Postkarten, Postern und Plakaten, liegt uns eine visuelle Kulturgeschichte der photographischen Branche Österreichs vor.

museum merchandising

Bedingt durch das persönliche Kunstinteresse meines Vaters, verstärkt durch die Tradition meines Großvaters, entstanden ab den 60iger Jahren professionelle Museumsshops, in denen zuerst Postkarten, Poster, Leporellos, Dias und Diaserien, Bücher, Kleinbroschüren und in weiterer Folge Faksimile, wie Souvenir Artikel in Produktion und Verkauf gelangten. Durch gezieltes Merchandising im Kunst- und Kulturbereich werden Dinge mit intelligenten Produkten tragbar und zugleich greifbar gemacht, mitunter mit unerwarteten Zugängen zu den Themen der Kultur- und Kunstgeschichte. Damit hat man die Möglichkeit Aufmerksamkeit zu erregen, sympathische Signale zu setzen, wie wertvolle Geschenkartikel oder Sammelobjekte zu schaffen. Mein Papa hatte viele Projekte für diesen Markt realisiert. Für viele Jahre betrieb er einen eigenen Unternehmenszweig für Merchandising im Kunst- und Kulturbereich, die Erwin Meyer Museum Shops, vorrangig rund um die Sammlungen des Kunsthistorischen Museum Wien, als Generalzulieferer der Wien Museen und vielen kleineren Instituten quer durchs ganze Land. Und stetig wächst heute noch das Geschäft in dieser Materie. Die Welt ist mittlerweile sehr zusammengewachsen.

auf weltreisen

„Wenn jemand eine Reise tut, So kann er was verzählen; Drum nahm ich meinen Stock und Hut, Und tät das Reisen wählen. […] Und fand es überall wie hier, Fand überall 'n Sparren, Die Menschen gradeso wie wir, Und eben solche Narren.“ (Matthias Claudius). Mein Vater Erwin Karl hatte sein halbes Leben mit photographischen Reisen verbracht, um dabei nahezu keinen Ort der Welt auszulassen. Es waren zu jener Zeit einige an menschenleeren Plätzen, wo heute an diversen Orten die Touristenmassen alle Nähte sprengen. Die mehrheitlich mit der Hasselblad eingefangenen Eindrücke sind bei der Bridgeman Art Library zu finden.